Geschichte der Glocke

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Was diese Glocke über die Geschichte in Stapelfeld zu sagen hat

Die Glocke im Eingang der Heilig-Kreuz-Kirche in Stapelfeld trägt die Inschrift:

"Sancta Maria, ora pro Stapelfeld et Nutteln, 1860"

zu deutsch:

"Heilige Maria, bitte für Stapelfeld und Nutteln, 1860"

Seit 1860 läutet also diese Glocke zum Gottesdienst und zum Engel-des-Herrn. 1860 - 1954 in der früheren Dorfkapelle, deren Abbildung hier zu sehen ist; von 1954 - 1984 läutete sie in dieser Kirche. 1984 stellte sich heraus, daß die alte Glocke beschädigt war. Die Gemeinde war bereit, für eine neue Glocke zu spenden, die dann am 22.März 1985 bei der Firma Petit 8 Edelbrock, Gescher, gegossen wurde und am 15. April durch den Neihbischof Dr. Max Georg Freiherr

von Twickel feierlich konsekriert wurde. Die Glocke ist auf den Ton "C" abgestimmt. Ihre Inschrift lautet:

"Heilige Maria, du unter dem Kreuz,

bitte für Stapelfeld, Vahren und Umgebung,

daß die Gemeinde unter dem Kreuz

Christi Liebe in der Welt verkündet

und Gott den Vater verherrlicht,

jeden Tag bis in Ewigkeit. 1985"

Die alte Glocke verbindet uns mit einem Stück Kirchengeschichte von Stapelfeld. Zuerst befand sie sich in der alten Dorfkapelle auf dem Gelände des ehemaligen Hofes Wienken-Harbers gegenüber dem Hof Brockhage. Auf dem Foto erkennen wir den Fachwerkbau mit dem Grundriß 6m x 5m, den Schornstein und auch den Dachreiter für unsere Glocke. Die Kapelle·mochte schon lange dort gestanden haben.

Sie wird erstmals 1884 im Register der Oldenburgischen Brandkasse erwähnt und mit einem Versicherungswert von 1.700 Goldmark angegeben.

In dieser Kapelle wurden z.B. Rosenkranzandachten gehalten. Der 2. Weltkrieg brachte eine Veränderung. Damals wurde in dieser Kapelle, ähnlich wie in der Dorfkapelle von Vahren, die Christen-lehre für die Schulkinder gehalten. Da in der Nazi-Zeit der Religionsunterricht aus der Schule verbannt war, mußte er in den Gemeinden selbst stattfinden. So kam der Cloppenburger Vikar Joseph Göttke 14tägig am Sonntagnachmittag mal nach Vahren, mal nach Stapelfeld.

Als dann durch die unsichere Lage im Kriegswinter 1944/45 der regelmäßige Gottesdienstbesuch in Cloppenburg unmöglich wurde und dann durch die Zerstörung der St.Andreas Kirche in Cloppenburg der Gottesdienstraum knapp geworden war, kam Vikar Göttke regelmäßig mit Pferd und Wagen nach Stapelfeld und hielt auf der Diele des Hofes Hölscher die Eucharistiefeier. 1945 wurde dort auch die Erste Heilige Kommunion am Weißen Sonntag gefeiert.

Aus dieser gottesdienstlichen Tradition der Nachkriegszeit ergab sich bei den Stapelfeldern die Notwendigkeit, die bisherige kleine Kapelle zu erweitern und als Notkirche einzurichten, das geschah im Jahre 1946. Als dann der Flüchtlingsstrom kam, war mit Prälat Joseph Wahlich, einem Erzpriester der Diözese Breslau, ein ständiger Seelsorger da, der in der kleinen Kapelle regelmäßig Gottesdienst feierte. Es entwickelte sich auch ein erstes Gemeindeleben, als unter dem Lehrer Satzky und später dem Lehrer Raczek ein guter Kirchenchor sich entwickelte, der dann später in einer Jung-Männer-Schola seine Fortsetzung fand.

Auch die erweiterte Dorfkapelle erwies sich als zu klein, so daß sich 1952 ein Kirchenbauausschuß um den Bau einer neuen Kirche bemühte. Das Offizialat in Vechta sah die Bereitschaft der Gemeinde, für den Kirchbau aufzukommen, eine echte Spendenbereitschaft, und stimmte dem Kirchbau zu, der dann in Zusammenhang mit dem Projekt des Waisenhauses Heilig Kreuz errichtet werden konnte: 4,5 ha Land spendete damals die Gemeinde für das Gesamtvorhaben.

So entstand an dieser Stelle die Kirche Heilig Kreuz, die in ihrem Titel die Erinnerung an den Kreuzkampf 1936 wachhielt. Der Kirchbau war 1953 bis 1954 vom Cloppenburger Architekten Sunder-Plassmann errichtet worden. Der Altar stammte von der Firma Dierkes.

Die feierliche Konsekration dieser Kirche nahm der Bischöfliche Offizial Heinrich Grafenhorst am 14. September 1954 vor, am Fest Kreuzerhöhung. Dieses Fest erinnert an die Kaiserin Helena, die Mutter des Kaisers Konstantins, die am 13. September 335 - also vor über 1600 Jahren - zu Ehren des Heiligen Kreuzes in Jerusalem die erste Kreuzkirche neben der Auferstehungskirche erbauen ließ. In dieser Kirche wurden die wiedergefundenen Reliquien des Kreuzes Christi feierlich verehrt. Unsere Kirche ist durch eine Kreuz-Reliquie mit dieser Kirche in Jerusalem verbunden. Darum feiert die Gemeinde das Fest Kreuzerhöhung als ihr Patronatsfest.